Jugendphase und ihre Entwicklungsaufgaben

Entwicklungsaufgaben werden als Grundlage für die zukünftige Entwicklung eines  Menschen betrachtet.

Entwicklungsaufgaben sind kulturell und gesellschaftlich vorgegebene Erwartungen und Anforderungen an Personen in einem bestimmten Alter und werden durch geltende  Regeln und Normen bestimmt.

Die Entwicklungsaufgaben lassen sich unterschiedlich charakterisieren:

  • Angebot mit Empfehlungscharakter
  • durch Sanktionen gestützte Forderungen
  • eigene Ziele, persönliche Ideen und Projekte


Entwicklungsaufgaben gliedern den Lebenslauf und geben dem Jugendlichen Sozialisationsziele vor.

Entwicklungsaufgaben werden von Erwachsenen bewertet, bspw. mit Überraschung, Bewunderung, Achtung, Freude oder Befriedigung – bei Erfüllung der Erwartungen, oder mit Mitleid, Ärger, Ablehnung oder Verachtung – bei scheinbarem nicht lösen können/ wollen (vgl. Oerter & Montada, in http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at, vom 08.11.2011)

Folgende Entwicklungsaufgaben werden in heutigen Industriegesellschaften beispielhaft benannt:

  • Neue und reifere Beziehungen zu Altersgenossen beiderlei Geschlechts aufbauen
  • eigene Geschlechterrolle und Partnerfähigkeit entwickeln
  • Akzeptieren der eigenen körperlichen Erscheinung und effektive Nutzung des Körpers
  • Emotionale Unabhängigkeit von den Eltern und von anderen Erwachsenen
  • Vorbereitung auf Ehe und Familienleben
  • Vorbereitung auf eine berufliche Karriere
  • Werte und ein ethisches System erlangen, das als Leitfaden für das Verhalten dient - Entwicklung einer Ideologie
  • Fähigkeit zur Nutzung des Warenmarktes
  • intellektuelle und soziale Kompetenzen entwickeln
  • Sozial verantwortliches Verhalten erstreben und erreichen

(vgl. http://arbeitsblätter.stangl-taller.at, http://ulrichtemme.de/download/Paed_Jgst_12/Hurrelmann-gesamt.pdf, vom 08.11.2011)

Die Jugendphase soll junge Menschen darauf vorbereiten, sich in gesellschaftliche Strukturen integrieren zu können.

Eine erfolgreiche Integration liegt nicht nur in der Verantwortung des jungen Menschen, sondern auch im verantwortlichen Handeln des Umfeldes.

Junge Menschen brauchen auch die Chancen und Möglichkeiten, sich selbst bestimmt integrieren zu können.

Dazu zählt u.a., dass junge Menschen in der Lage sind, die Faktoren die das Leben bestimmt mitzubestimmen, sie als veränderbar und aushandelbar zu erleben und zu handhaben. Dies steht im Gegensatz zu einem Lebensverständnis, dass gesellschaftliche Zusammenhänge als unabänderlich darstellt und passive und fatalistische Unterordnung zur Folge hat.

Jugendliche sollten ihren eigenen Lebensstil, ihre eigenen Wertemaßstäbe in Bezug auf ihre Bedürfnisse entwickeln (können).

(vgl. Oerter & Montada, in http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at)